Der BALLacker

… von Bällen und Äckern

Zwei Jahre und hier ist nichts vergessen!

In einigen Stunden tritt die deutsche Nationalmannschaft in Kiew gegen die Ukraine zu einem Freundschaftsspiel an und man sollte hoffen, dass dort auch ein Zeichen der Erinnerung für Robert Enke gesetzt wird, der sich am heutigen Tag, genau vor zwei Jahren, wegen schwersten Depressionen das Leben nahm. Es ist das vorletzte Spiel der Jungs unter Trainer Joachim Löw in diesem Jahr und im Vorfeld wirkte es so, als würde es um Vieles gehen, zum Beispiel Plätze für die Euro 2012 im Stil alle gegen alle erkämpfen. Gedenkt so der deutsche Fußball Einem aus seiner Mitte? Dies ist aber noch nicht alles, was man zu diesem Spiel kritisch anmerken sollte. Die Ukraine ist natürlich ein Land, welches man auch politisch und gesellschaftlich kritisch beobachten sollte, was erst vor einigen Wochen auch noch einmal mit dem Urteil gegen die ehemalige Regierungschefin Julia Timoschenko deutlich wurde. Dies sorgt natürlich für einen faden Beigeschmack und ist doch auch im Kontext des viel zu frühen Todes des ehemaligen Keepers von Hannover 96 so banal. Im Sport, und hier vor allem im Fußball, hat sich seit diesem Novembertag vor zwei Jahren leider so gut wie gar nichts verändert, man hat aus dem Tod Enkes scheinbar gar nichts gelernt und schon kurz nach seinem Selbstmord, ging alles seinen gewohnten Gang. Wie auch schon im letzten Jahr, möchte ich hier zeigen, dass es aber noch genug Menschen gibt, die all dies nicht vergessen haben und auch diesmal wieder mit den Gedanken nicht beim Fußball, sondern bei Robert Enke, seinen Hinterbliebenen und Angehörigen sind. Wie dies im Umfeld des DFB aussieht, wird man in einigen Stunden schon in Kiew sehen aber die Vorberichte zeigten, dass man die Erwartungen niedrig halten sollte. Ich boykottiere dieses Spiel auf jeden Fall und werde darüber hier auch nicht berichten.

Bislang ein Ballkontakt

  1. 11. November 2011

    | 03:38

    Zwei Jahre nach dem Tod von Robert Enke hat die deutsche Fußball-Nationalmannschft ihres ehemaligen Torhüters gedacht. Schade, dass immer etwas tragisches passieren muss, bevor man wach wird. Aber mir scheint es, dass wir in Deutschland nicht dazulernen. Immer mehr Menschen, die ich kenne leiden unter Depressionen und man kann ihnen kaum helfen. Ich frage mich, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft entwickelt.

Du hast den Ball